“Vorwärts…

Donnerstag, 24.05.2007 , 17.04

wir rudern zurück!” könnte man angesichts des heutiges Zickzackkurses der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien ausrufen. Das Aufatmen von 9Live angesichts der ersten Pressemitteilung der BLM zum “Alida-Vorfall” könnte verfrüht gewesen sein. Offenbar ist der BLM in ihrer Pressemitteilung zwischenzeitlich auch der subtil-verräterische Satz aufgefallen, der vermuten läßt, daß der Schnellschuß, man habe nicht zu beanstanden, nicht so richtig logisch war:

Da nach den Äußerungen der Moderatorin, den Hot Button nicht auszulösen, kurze Zeit später eine Anruferin in die Sendung gestellt wurde, muss die Landes-zentrale davon ausgehen, dass der Redakteur die Entscheidung über die Aktivie-rung des Zufallsmechanismus eigenverantwortlich getroffen hat und insoweit kein Verstoß gegen die Gewinnspielrichtlinien vorliegt.

Der renommierte Branchendienst dwdl.de teilt soeben mit:

Die Tatsache, dass ein “Redakteur die Entscheidung über die Aktivie-rung des Zufallsmechanismus eigenverantwortlich” (Wortlaut BLM-Mitteilung) trifft, ist Anlass für eine erneute Prüfung. Aus der eigenen Pressemitteilung wird ein neuer Prüfungsauftrag. Dr. Wolfgang Flieger, Pressesprecher der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien, räumt auf Anfrage des Medienmagazins DWDL.de ein, dass man dieser Frage nicht nachgegangen sei und dies Anlass einer neuen Prüfung werden müsse.

Zu Recht erläutert dwdl.de weiter:

Losgelöst vom Fall des Lauenstein-Videos stellt sich durch die zunächst harmlos wirkenden Erklärung der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien also die Frage: Ist es rechtens wenn den Zuschauern erzählt wird, sie könnten jeden Augenblick gewinnen - obwohl der Zufallsmechanismus noch gar nicht gestartet wurde? Und wieso muss der Zufallsmechanismus überhaupt “eigenverantwortlich” gestartet werden, sollte er nicht von Anfang an laufen?

Liebe Mitarbeiter der BLM, es ist ja auch ein warmer Tag, da kann es schon einmal passieren, daß man etwas übersieht. (Ich räume aber noch nicht ein, daß ich Ihnen unrecht getan habe, dafür will ich erst Ergebnisse sehen.) Liebe Mitarbeiter von 9Live, da heißt es jetzt trotz der Hitze weiter zittern… So oder so: Grüße nach München!

metzing

2 Kommentare zu ““Vorwärts…”

  1. 1. Lara van Antwerpen schrieb:

    [Falls mein vorheriger Kommentar hier eingestellt wurde: Er war ein Scherz]
    Was ändert es, ob der Telefonanruf von einem Automaten ausgewählt wird oder von einem Menschen. Beide kennen den Anrufer nicht. Der Ansager auf 9Live muss quasseln, quasseln, quasseln, damit viele Zuschauer anrufen. Davon hängt auch sein Job ab.
    Ein Gewinn von 1.000 Euro erfordert 10.000 Anrufe der Zuschauer, damit die Kalkulation von 9Live aufgeht.
    Für den Anrufer muss klar sein: Seine Chance ist bei richtiger Antwort nur um 0,1 Promille höher als bei falscher Antwort.

  2. 2. Souveränität… | CALL-IN-TV BLOG schrieb:

    […] jenem Sender, der durch die aufmerksamen Nutzer des Call-in-TV-Forums zuerst in die Kritik und dann aufgrund des “Alida-Vorfalls” in ernste Bedrängnis geraten […]

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