Archiv von Juli, 2008

Märchenstunde bei 9live

Montag, 14.07.2008 , 13.25

Die Innovativen von 9live rücken sich ja zu gerne mit Begriffen wie “transparent”, “fair”, “glückliche Gewinner”, “zu jeder Zeit eine Chance”, “Qualitäten” und anderen verbalen Anrufdrückergewäsch in das richtige Licht. Nun gab es aber in Vergangenheit zig Beispiele, die aufzeigten, daß das innovative Marketinggefasel der Kreativabteilung gewaltig wankt. Doch auch hier haben sich die Strategen der gepflegten Volksverarsche Unterhaltung etwas Innovatives ausgedacht. Eine Märchenstunde, bei der dem Zuschauer noch einmal in aller Deutlichkeit klar gemacht werden soll, daß es “transparent und fair” bei Deutschlands ersten Quizsender zugeht. Und das sieht dann in der Realität so aus:

[youtube UQXeORXddTA Suggestion & Wirklichkeit]

Hier fehlt eigentlich nur noch ein lustiger Weihnachtsmann mit BLM-Zipfelmütze, der in das Bild springt und “Ho-Ho-Hooo!” ruft. Apropos BLM…diese scheinen doch tatsächlich den ernst der Lage begriffen zu haben. Denn wenn das schicke Geschäftsmodell wankt, wird man wohl die Empfehlung auf der Webseite der BLM ( dort empfiehlt man das sogenannte Mehrwertfernsehen als zusätzliche Einnahmequelle), entfernen müssen. Nun hat die BLM erneut an den schwammigen Gewinnspielregeln gebastelt und eine zwölfseitige Satzung ausgearbeitet, mit der sie schon jetzt stolz wedelt und die bereits im Herbst dieses Jahres in Kraft treten könnte. Dort stehen dann zB. ganz neue Regelwerke, wie “das maximal ein Entgeld von 50 cent pro Anruf kassiert werden darf”, oder “Aufbauen von nicht vorhanden Zeitdruck sei unzulässig” usw. Nun, daß sagen die bestehenden Regeln schon lange. Nur interessiert das die Veranstalter herzlich wenig, wie man im Video oben sehen kann. Die LfM in Nordrhein-Westfalen erklärte dagegen, daß es bislang weder eine Satzung, noch einen Entwurf gäbe. Auch soll die ausgearbeitete Satzung noch nicht allen Landesmedienanstalten bekannt sein. Aha =).

Die strengen Beobachter und Protokollanten der täglichen Abzocke, also die User des Forums call-in-tv.net haben in Vergangenheit mehr als einhundert Beschwerden an die Landesmedienanstalten geschickt. Nach einer angemessen Zeit (etwa 6Monate), solange dauert im Schnitt die Prüfung einer Beschwerde, passierte in der Regel nichts. In seltenen Fällen erhob man den Zeigefinger. Konsequenzen für die Sender hat es bisher nicht gegeben! Im Februar diesen Jahres schickte ich eine ausführliche Beschwerde bezüglich der merkwürdigen Stimmen-Phänomene bei “moneyexpress” an alle Landesmedienanstalten sowie an die Bundesregierung. Bis auf die LfM NRW antworte bis heute niemand von Medienhütern. Dafür war die Email der LfM sehr ausführlich und ohne die bekannten Textbausteine gehalten. Ich erhoffte mir zumindest eine Prüfung der angegebenen Beispiele, die sich auch massenweise auf diesen Blog finden. Obwohl ich im abschließenden Satz nochmals explizit darauf hingewiesen habe, daß ich es nicht wünsche, daß diese Beschwerde inkl. Beispiele an den betroffenen Veranstalter weitergeleitet wird, teilte man mir per Email folgendes mit:

Darüber hinaus haben wir, trotz der mangelnden medienrechtlichen Handhabe, Ihre Beschwerde anonymisiert zur Kenntnis an die MTV Networks GmbH weitergeleitet

Genau das wollte ich aus guten Gründen eben nicht! Welche Möglichkeiten die LMA tatsächlich haben, zeigen sehr schön folgende Sätze aus dem Antwortschreiben:

Da vorliegend letztendlich ein Betrugsvorwurf formuliert wird, stößt die Vorgehensweise gegen den von Ihnen konkret geschilderten Spielablauf aufsichtsrechtlich jedoch auf vielfältige Probleme…
Nach unserer Sichtung erscheint der von Ihnen dargestellte Sachverhalt, insbesondere der Zusammenschnitt einer Falschantwort und der Gewinnerin vom xx. xxxx, tatsächlich ungewöhnlich…
Es besteht von Seiten der Landesmedienanstalten keine Möglichkeit, mit den Ihr zur Verfügung stehenden Mitteln gegen die von Ihnen beanstandeten Sachverhalte vorzugehen…

Und der wohl wichtigste Satz für alle Beschwerdeschreiber:

Sie weisen in Ihrer Beschwerde darauf hin, dass Ihnen noch weitere Fälle – ähnlich wie der in der Beschwerde vorgebrachte – vorliegen. Wir bitten Sie daher, sich mit Ihrem Vorbringen an die zuständige Staatsanwaltschaft zu wenden. Die Staatsanwaltschaft muss durch Erforschung des Sachverhaltes aufklären, ob ein hinreichender Tatverdacht, der über Vermutungen und Wahrscheinlichkeiten hinausgeht, für eine Anklage besteht.

Bei der britischen Aufsichtsbehörde Ofcom ist man da schon etwas entscheidend weiter. Millionenstrafen hat es gehagelt, nach dem bekannt wurde, daß im Callin-Geschäft gelogen und betrogen wurde. Die Ofcom hat daraufhin ein Regelwerk ausgearbeitet, daß hierzulande bitter nötig wäre und wohl das Aus für alle derzeitigen Hütchenspieler bedeuten würde. Im Grunde reichen die folgenden 5. Punkte, die bei Ofcom verfügt wurden.

(1) Zuschauer von Call-In-Gewinn-Sows müssen jetzt auf dem Schirm durch ständige Einblendung informiert werden, wie viele Leute in den letzten 15 Minuten versucht haben, den Sender anrufen. Die Einblendung kann Standbild oder rollende Tafel sein („static, crawling or scrolling“)
(2) Diese Information muss spätestens alle 10 Minuten aktualisiert werden
(3) Anrufer (Durchkomm-Versucher) müssen am Telefon gesagt bekommen, wenn sie mit ihren (vergeblichen) Anrufen an einem Tag 10 Pfund verspielt haben („must be told when their charges reach £10 in a single day“)
(4) Spätestens alle 10 Minuten muss in der Show per Tonband-Stimme der Preis für jeden Anruf-Versuch genannt werden (voice-overs informing on the price of calls at 10 minute intervals)
(5) Sender müssen jederzeit mit unangemeldeten Überprüfungen rechnen („Broadcasters face spot checks on phone lines“)

amen!

Zapp und weg

Freitag, 11.07.2008 , 23.32

Impressionen geopferter Fernsehstunden.

zapp!…Nicht, daß ich etwas Sehenswertes bei den Privaten erwartet hätte, aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. RTL2, irgendeine Miss Model stackst auf High-Heels auf dem Mittelstreifen einer Münchner Hauptverkehrsstraße. RTL2-Redakteure im Rausch der Innovation. Man testet das instinktive Verhalten der männlichen Verkehrsteilnehmer bei weiblichen Reizen, sprich Titten, Arsch und nackte Beine. Ganz zufällig wählt man potentielle Gaffer aus. Machos im Cabrio mit schwarzen Sonnenbrillen. Dann rauscht ein schwarzer TT (Cabrio) vorbei. “Aufreißexperte” Stefan Pollak, der von Haar-Gel stabilisierte MoneyExpress Abzockanimateur (Typen mit verlogenen Animationsgebahren), hin und wieder auch DJ, zeigt sich von seiner besten Seite. Man rauscht durch München, bremst an Seitenstrassen, Rückwärtsgang und halt, um der Weiblichkeit in typischer Machomanier nach zu pfeifen. Ich frage mich, wer da wohl mit wem telefoniert hat, damit der Bandansagenverkäufer beim Publikum nicht in Vergessenheit gerät. zapp…

NTV, Werbung! zapp…VOX, “Auf und davon”. Menschen, die genervt vom innovativen TV, von der Kamera begleitet, die Flucht in ferne Länder ergreifen um für Füllmaterial zwischen Werbeblöcken zu sorgen. zapp…Kabel1, “Abenteuer Alltag”. Ich erfahre, daß des schwierig ist auf 3000 Meter Höhe Sahne zu schlagen. Ah, jetzt weiß auch ich, um was es hier geht. Eine VIP-Party auf der Zugspitze. Ich suche gezielt nach versteckter Werbung, da ich selbst aus der Gastronomie komme und nicht wirklich neues erfahre. Aha, eine Dauerwerbesendung für das höchst gelegene Restaurant Deutschlands. Gleich gehts weiter, Werbung! zapp…RTL, Werbung! zapp…

DSF, eine laut schreiende Anrufdrückerdrohne wedelt mit einem 500,- Euro Schein. Jahrmarktsound zur Frage “Welches Wort mit F passt?”. Ich bin gereizt und finde im Adrenalinrausch einen ganzen Satz. Die Drohne: “Wir müssen hier gleich Feierabend machen”. Aha, also noch etwa geschätzte zwei Stunden bis der nächste arme Teufel seine Falschantwort abgeben darf. zapp…PRO7,taff“. Promi-TV für Leute, die wissen möchten, wann es das neuste Album von Madonna gibt. Es folgt die erwartete 01379-”Gib uns Dein Geld”-Frage, dann Werbung. zapp…

RTL2, Werbung! Arrgh! zapp…9live, der Hotbutton brennt gerade zu “Tiere mit E” und der Bildschirm sieht aus, wie ein Geldspielautomat. Dazu Profibandansagenverkäuferin Anna Hesch im Geldrausch. zapp…

viva, Schmierblattredakteure analysieren Esstörungen von Promis, die Reichen haben Stress und verhungern unter dem Druck ihres Daseins. Und ich lerne was. Promi-Schwachsinn aus Amerika erkennt man an der typischen Ziehkameraführung:). Es folgt zielgruppengerechte Werbung(Handyabzocke, Premiere, Notebooks die an teure Handyknebelverträge gekoppelt sind) dann gehts weiter mit der Promikotzerei. zapp…

N24, zum 134x in schwarz/weiss-Bildern gehüllte Kriegsschauplätze aus dem 2ten Weltkrieg, auf denen sich amerikanische Befreier der Kamera stellen und mir unmissverständlich klar machen, wer hier die Guten sind. zapp…

Tele5, Werbung! zapp…VOX, Werbung! zapp…Kabel1, die Testesser verspachteln gerade Kässpätzle auf der Zugspitze. Küche gut, Werbung gut, alles gut. Und dann folgt Werbung! zapp…

 

Argh!!

SAT1 “Lensen & Partner”, ja der Ringelschnautzersuperanwalt im Anzug und seine lieblos, zufällig platzierten Laiendarsteller, die im richtigen Moment auf Verbrecherjagd gehen und harte Berufsganoven mit ihren erweichenden Profi-Verhörmethoden zum Geständnis unter Tränen zwingen. Ich beschließe hier etwas länger zu verweilen und muss bei so viel geballter Realität schmunzeln. Die Geständige ist eine Frau und muss für 11Jahre hinter schwedische Gardinen, jawohl. Keine Ahnung um was es hier ging. Ist ja auch egal, die Überleitung zu K11 habe ich auch nicht wirklich mitbekommen. Die gleichen Dialoge, die gleichen realistischen Kriminalfälle, die gleiche gähnende Langeweile. Nur die Superbullen sind hier härter und mit schwarzer Sonnenbrille ausgerüstet, so das die bösen Buben sich hier auch etwas wehren dürfen. Und bevor ich mich auf diesen Schwachfug auch nur einschießen kann, kommt auch schon Werbung. Ich soll bitteschön “K11″ an eine kostenflichtige Nummer senden, um für 4,99€ irgendwas zu bekommen. Was dies wäre, ging leider unter. Oder ich bin zu unaufmerksam…ich freue mich innerlich auf den realistischen, mentalen Zusammenbruch des Täters am Verhörtisch. Insgeheim wünsche ich mir 24 Stunden mit dem Hauptdarsteller in einem halb verspiegelten Raum. Und ich lerne wieder was! Deutschland ist voller Waffen, Verbrecher, Mörder und Superbullen. zapp…

kika,“Sandmännchen”…ich entspanne mich langsam. Dann drücke ich zitternd die Next-Taste auf der Fernbedienung. zapp…

VOX, “Das perfekte Dinner”. Erfolgreiche und weniger erfolgreiche Zeitgenossen zeigen die Früchte Ihrer Arbeit und kochen zum ersten mal in Ihrer Küche unter Anleitung der Macher dieser Sendung. Andere intellektuelle Feinschmecker geben wohlwollende Kommentare zu dem bevorstehenden 5-Gänge VIP-Menü ab. Die eingesetzten, vollen oder oft noch verschlossenen Vorratsbehälter zeugen von häufigen Gebrauch in der Promi-Küche:). Nach dem gegenseitigen Honig ums Maul schmieren schreitet man zum farblich liebevoll gestalteten Tisch. Ich streiche das Rezept von meiner Liste, denn ich hörte eben “Flusskrebse” und “Garnelen”. Die kann ich mir nicht leisten. Lecker zubereiten aber schon;). zapp…

Kabel1 “Achtung Kontrolle” mit Charly, dem “bekanntesten Auto-Abschlepper in München”, dem alles egal ist und der nur seinen Job macht. Er zieht den alten Golf einer Frau, die “die Welt nicht mehr versteht” auf seinen Geldesel und die Frau gibt an, daß sie das Geld für eine neuen Stoßfänger nicht hätte und die Ordnungshüter + Charly Ihr nun Kosten verursachen würden, die sie sich nicht leisten könne. Ich muss spontan an meinen Wagen vor der Tür denken, dem dieses Schicksal wohl demnächst auch droht, aus gleichen Gründen. Ich erkläre Charly zu meinem Feind und die verzweifelte Frau zu meiner Verbündeten. Laut Polizei in Zivil ist die Frau “unbelehrbar”. Und das sorgt für Zündstoff, denn diese ist nicht gerade auf den Kopf gefallen und wirklich verzweifelt. Der Polizist in Zivil bleibt hart und folgt den Algorithmen seiner Programmierung. Charly scheint den gleichen PROM installiert bekommen zu haben, wie der Mann in Zivil. PROM deshalb, weil man diesen nur einmal beschreiben kann. Ach ist das herrlich, wenn man nach einem harten Tag nach Hause kommt und mit einem wohlverdienten Bier in der Sitzgelegenheit wippend Leute begaffen kann, denen es so richtig mies geht. zapp…

tele5, “Vier Fäuste gegen Rio” von 1984 mit Terence Hill und Bud Spencer. Zarte 24Jahre alt ist der Klamauk und ich rede mir ein, diesen Film noch nie gesehen zu haben. Ach, wenn man die Figuren doch einfach auf andere Kanäle schalten könnte! Ich stelle mir bildlich vor, wie Bud Spencer im 9live Studio seinen Hammerschlag zum Einsatz bringt und die Statisten immer wieder aufstehen um Nachschlag zu verlangen. Laute Werbung reisst mich aus meinen Träumen! Der teure Schinken muss schließlich bezahlt werden. zapp…

NTV, “Giganten aus Stahl” Mähdrescher, die größten, umweltfreundlichsten und effektivsten Monster, die minimal 10 Arbeitskräfte pro Stück einsparen…aus Amerika natürlich. Alles wird noch besser, jawohl. Weiter erfahre ich, daß nur Amerikaner die Technik für gigantische Teleskope entwickeln können. Planeten wollen immer von den Guten entdeckt werden, jawohl. NTV, das Sprachrohr für amerikanische Konzerne die in Deutschland zielsicher die Erde ebnen. Und auch hier wieder, bevor ich mich ausgiebig über Neulandgewinnung der Raubbaugesellschaft und den Erhalt deren Wohlstand auslassen kann, folgt Werbung. Dann kommen doch noch wichtige Terroristennachrichten. Geiseldrama in der Türkei. Drei Bergsteiger werden dort von der PKK in den Bergen von Ararat festgehalten. Die PKK-nahe Nachrichtenargentur spricht von “feindlicher Politik seitens des Deutschen Staates gegen das kurdische Volk”. Die Sport-Nachrichten werden mir von einem xyz-Dachrinnenhersteller präsentiert. zapp…

MTV, keine Musik, aber eine amerikanische Big-Women Sendung, deren tiefer Sinn sich mir leider verschließt. Ich erfahre, daß man Froschschenkel mit den Händen isst und frage mich, wieviele Froschschenkel wohl nötig sind, um den Umfang der sich im Bild befindenden Hauptfigur zu erklären. Fünf Minuten später bin ich immer noch nicht schlauer. Ich sehe gespielte Betroffenheitsgesichter, die sich eine Art Kreuzverhör der Gefühle unterziehen. So sieht es zumindest aus. Ich bin verwirrt. zapp…

Kabel1, Werbung! zapp…RTL Rosa Duracell-Hoppelhasen aus Plüsch tanzen auf einer Bühne und gehen eine optische Symbiose mit dem Outfit von Nina Hagen ein. “ChartShow” durch Oliver Geissen, der Inbegriff des guten Geschmacks am Himmel der gepflegten Nachmittagsunterhaltung, moderiert. 5000,- Euro könne ich gewinnen wenn ich die eingeblendete 01379-Nummer wähle. “Unter welchen Namen stürmten Bohlen und Anders in die Charts” A: Modern Talking, B: Depeche Mode. Da die Peaks für die Gage des Moderators und die Produktion dieser innovativen Unterhaltung nicht ausreicht, folgt nun gepflegte Werbung! zapp…

DSF, die 01379-Abzocke flaut und spült nicht mehr die übergroßen Gewinne in die Kassen der Innovativen Producer. Der sogenannte Sportsender, der sich auch mit dieser Masche die Taschen füllt, versucht mich hier zum begeisterten Pokerspieler umzuschulen. Ist ja auch Sport. Man muss es nur oft genug erwähnen. Damit die Handygeneration beim Zappen mit Begeisterung hängen bleibt, haben die innovativen Redakteure vom Deutschen Sport Fernsehen, SIDO an den Tisch gesetzt. Präsentiert wurde mir die lustige Zockerei von PartyPoker.net “Alle spielen mit!” zapp…

PRO7 “Galileo Mystery”. Die Redaktion hat sich wieder mächtig ins Zeug gelegt und brandneue Informationen zum Bermudadreieck-Mysterium aus der Mottenkiste gezogen. Konkret bedeutet das, alter Wein in neuen Schläuchen. Anfangs wird das Verschwinden von Flugzeugen, Schiffen und anderem Zeugs zwischen Himmel und Hölle als Mysterium verkauft. Doch da mittlerweile der daZ (der dümmste anzunehmende Zuschauer) nicht mehr an Aliens in dieser Region glaubt, fällt am Ende des gruseligen Berichtes das böse, geheimnisvolle Wort “Methanhydrat”. Dabei handelt es sich quasi um zu Eis erstarte Zuschauer, die unterhalb des Meeresbodens darauf hoffen, nie wieder diese Sendung sehen zu müssen. In dem Augenblick, wo die Redaktion von Galileo über sie hinweg fährt, werden sie vor lauter Langeweile zu Millionen von Gasblasen, welches dann nach oben strömt und die Dichte des Wassers an der Oberfläche vermindert, um dem Mysterium endgültig ein Ende zu setzen. Werbung!.

Ich beschließe genervt, die Rote Taste auf meiner Fernbedienung zu betätigen und spiele mit dem Gedanken den virtuellen Dattelautomat, die Werbemüllschleuder, das Sprachrohr der gewinnorientierten Medienkonzerne, aus Protest nicht mehr einzuschalten. Ich fühle mich in DDR-Zeiten zurück versetzt. Nur bunter! Aus Volksempfänger wird Volksmanipulierverblöder.

Trotzdem habe ich was gelernt:

Niemand muss mehr arbeiten gehen. Wir können uns alle reich gewinnen. Statt Dichter und Denker werden wir alle Spieler und Zocker. Die Sender haben so viel Geld, daß sie es im TV regelrecht an den Zuschauer ausschütten*g* müssen. Man muss nur Anrufen! Die restlichen 50% der Sendezeit, Werbung und kotzende Promis gucken, während die großen Maschinen aus dem fernen Amerika die Felder von ganz alleine bestellen und nach Öl in Kriesengebieten bohren.

zapp und weg.