Archiv von Mai, 2007

Die Callactive GmbH,…

Donnerstag, 31.05.2007 , 23.55

ein Endemol-Unternehmen, geleitet von dem Minderheitsgesellschafter Stephan Mayerbacher, und der Hot Button wurden von Stefan Niggemeier heute schon thematisiert. Zutreffend hat Stefan Niggemeier darauf hingewiesen, daß die Presseerklärung der Callactive GmbH vom 29. Mai 2007, die sich mit dem dort praktizierten “Hot-Button”-Modus auseinandersetzt, offenbar als “Gegenentwurf” zu der Presseerklärung vom 24. Mai 2007 von 9Live gedacht war, aber ähnlich wie deren Erklärung gründlich vernebelnd formuliert war. Das paßt ins Bild, ist doch Insidern wie den Mitgliedern des Call-in-TV-Forums seit langem aufgefallen, daß die Callactive GmbH schon in der Vergangenheit alle erfolgversprechenden Konzepte von 9Live über kurz oder lang übernommen hat: das “Ochsenspiel”, das “Platzhalterspiel” etc. pp.

Nun also auch eine Presseerklärung von der Callactive GmbH. Meinetwegen. Nur ist entweder die Presseerklärung falsch unvollständig oder die Gesetze der Logik sind außer Kraft oder die Callactive GmbH (CA) hat ihre eigene Auffassung von Logik. In der Ca-Pressemitteilung heißt es im wesentlichen:

Der Hot-Button Mechanismus wählt zu einem beliebigen Zeitpunkt während der aktuellen Runde und bei einem beliebigen Anrufer ohne Beeinflussung durch den Redakteur oder einer anderen Person einen Anrufer aus, der dann unverzüglich vom System vollkommen automatisiert ins Studio weitergeleitet […] wird. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf einer transparenten und nicht beeinflussbaren Logik.

Der Redakteur konfiguriert auf Grund der ihm für dieses Spiel zur Verfügung stehenden Sendezeit die Dauer des Spiels bzw. der Spielrunde. Das System ermittelt daraufhin durch einen standardisierten Zufallsmechanismus einen Zeitpunkt innerhalb dieser Spiel- bzw. Rundendauer, zu dem der Hot-Button-Mechanismus einen Anrufer auswählt und diesen automatisiert ins Studio weiterleitet. Dieser vom System ermittelte Zeitpunkt wird zu keiner Zeit dem Redakteur, Moderator oder einer anderen Person bekannt gemacht.

Damit ist gewährleistet, dass Zuschauer unserer Sendungen bei Hot-Button Runden zu jedem Zeitpunkt die echte Chance haben, ausgewählt zu werden.

Die Presseerklärung wirft wie die von 9Live mehr Fragen auf als sie beantwortet - typisch Nebelkerze eben. Als erstes fällt mir auf, daß die Callactive GmbH zur Zeit nur ein Sendeformat produziert, nämlich die Sendung “Money €xpress”. Dieses Format wird - werfen wir nur einen Blick auf den Zeitraum von montags bis donnerstag - auf dem Sender Nick von 0.00 - 3.05 Uhr, auf dem Sender Viva von 0.00 - 3.04 Uhr und auf dem Sender Comedy Central, der sich später dazuschaltet, von 0.15 - 3.00 Uhr ausgestrahlt, wobei auf allen drei Sendern nur die live ausgestrahlte Sendung über den Äther geht. Da horcht der aufmerksame Leser bereits auf: wie kann ein Redakteur für eine Sendung, in die sich ein Sender später einblendet und aus der sich die Sender zu unterschiedlichen Zeiten ausblenden, den “Hot Button” im voraus für die gesamte Sendedauer konfigurieren?

Da gibt es nur drei Möglichkeiten: entweder konfiguriert der Redakteur den “Hot Button” für die längste Sendezeit auf “Nick” von 0.00 - 3.05 Uhr mit der Folge, daß die Zuschauer auf Comedy Central und Viva aufgrund der verkürzten Sendezeit verhältnismäßig geringere und damit eben nicht die gleichen Chancen haben, jederzeit durchgestellt zu werden, oder der “Hot Button” wird nur für die “Kernzeit” auf allen drei Sendern, also für den Zeitraum von 0.15 - 3.00 (3.04) Uhr konfiguriert, damit die Zuschauer auf allen Sendern dieselben Chancen haben. Dagegen wiederum spricht, daß jeweils zu Beginn der Sendezeit um 0.00 Uhr mehrere schnelle “Hot Button”-Runden gezockt gespielt werden, zu denen die Sendung auf Comedy Central noch gar nicht ausgestrahlt wird. Chancengleichheit? Nö. Die dritte Möglichkeit wäre, daß der Redakteur jeweils während der laufenden Sendung den “Hot Button” für ein bestimmtes “Zeitfenster” programmiert, wobei ein “Zeitfenster” zwischen Konfigurierung und “Zuschlagen” zwischen Stunden und Millisekunden liegen kann - je nach vorheriger Auswahl des Redakteurs. Das hätte dann aber mit Zufall nicht mehr viel zu tun, sondern wäre letztlich ein durch den Redakteur gelenkter Zufall.

Da paßt, gehen wir einmal von einem ungelenkten Zufall und damit von einer Programmierung des “Hot Buttons” am Anfang einer Sendung für die gesamte Sendezeit aus, auch anderes nicht:

Schauen wir uns einmal den typischen Ablauf einer “Money €xpress”-Sendung an. Am Anfang einer Sendung werden in aller Regel kurze, einfache “Spiele” durchgeführt, bespielweise Wortsuchen, bei denen man neun vorgegebene, “durcheinandergewürfelte” Buchstaben zu einem sinnvollen Begriff zusammenfügen muß, “Bratwurst”, “Hollywood” oder “Flughafen”. Diese Spiele werden im “Hot-Button”-Modus gespielt und regelmäßig sehr schnell von Anrufern gelöst. Dann folgt in der Regel ein Spiel, bei dem für den regelmäßigen Zuschauer zumeist absehbar ist, was in der Folge geschieht: Der erste Anrufer wird noch im “Hot-Button”-Modus durchgestellt, nennt aber zumeist die falsche Lösung. Sodann wird im laufenden Spiel in den “Leitungsmodus” gewechselt. Nun dauert es fast stets mehrere Minuten, bis überhaupt die nächsten Zuschauer durchgestellt werden. In unterschiedlicher Dramaturgie werden in der Folge entweder, wenn ein Anrufer richtig löst, neue Spiele gespielt oder das laufende Spiel bis zum “bitteren” Sendeende weiter gespielt. Pünktlich zum Sendeende wird dann wieder auf den “Hot-Button”-Modus umgeschaltet, woraufhin dann ebenso regelmäßig kurz vor dem “inoffiziellen” Sendeende um 3.04 Uhr auf Viva ein Anrufer durchgestellt wird, der das Rätsel auflöst.

Wie also wäre die vorherige Konfigurierung des “Hot Buttons” für die gesamte Sendezeit bzw. für die jeweiligen erklärbar, wenn der Redakteur die “Dramaturgie” der Sendung, nämlich den Zeitpunkt der Auflösung eines Spiels und den damit verbundenen Start einer neuen Spielrunde im Vorhinein gar nicht wissen kann? Eben. Gar nicht. Es sei denn, die Callactive GmbH rekrutiert ihre Redakteure aus dem Personal der “Astro-Shows” und deren Glaskugel oder Tarot-Karten versagen nicht den Dienst.

Die Presseerklärung der Callactive GmbH macht also nur dann Sinn, wenn der Redakteur den “Hot Button” je nach Spiel während der laufenden Sendung mehrmals konfiguriert und auch die Möglichkeit zum jederzeitigen Abbruch einer “Hot Button”-Runde hat - anders wäre ein Spielabbruch in der laufenden Sendung im “Hot-Button”-Modus nicht durchführbar.

Letztlich bleibt es also dabei: Die Callactive GmbH ist ebensowenig in der Lage, den “Hot-Button”-Modus nachvollziehbar zu erklären wie der Sender 9Live. Und der Verdacht keimt auf: die wollen das auch gar nicht. Dann wäre der “Hot-Button”-Modus nämlich nachvollziehbar.

Bleibt also eine Frage offen: wer sagt dem König Zuschauer Kaiser nun, daß er nackt ist? Die für 9Live und Callactive zuständige Bayerische Landeszentrale für neue Medien wohl kaum: die spielt in diesem Stück ja schon die Rolle des kaiserlichen Ministers.

metzing

Wenn der Hahn auf dem Mist kräht…

Donnerstag, 31.05.2007 , 18.25

…kann sich schon mal der Internet-Provider über Nacht geändert haben!…von GlowingHeart

Am 02. März 2007 bekam ich ein Brief von meinen Provider Tiscali,

“dass aufgrund technischer Umstellungen in unserem Netzwerk es dringend notwendig ist, eine neue Software für ihren DSL-Zugang auf ihren Computer zu installieren. Bis spätestens 7. März 2007 ist es also zwingend erforderlich, die neue Treibersoftware zu installieren um weiterhin einen reibungslosen Zugang ins Internet zu gewährleisten.”

Das machte ich natürlich um weiterhin ins Internet zu gelangen. Dabei machte ich mir keine Gedanken darüber, was das wohl für “technische Umstellungen” sein mögen.
Heute, am 31.05.2007 wählte ich mich wie immer in Internet ein, doch etwas war anders als ich den Browser startete und meine Startseite “Google” öffnen wollte. Die Seite baute sich nicht gleich auf und ich las in der Statusleiste was von “Proxyeinstellung suchen”. Das dauerte mindestens ne 30 bis 45 sec. eh Google sich dann neu aufgebaut hatte. Und das dauert jetzt immer so lange, wenn ich den Browser schließe und neu öffne.

Ich benutze, um meine IP zu kontrollieren oder einen Geschwindigkeitstest zu machen die Webseite http://www.wieistmeineip.de/ und wunderte mich über die komische IP 77.130.xxx.xxx, weil ich ja sonst immer 83.xxx.xxx.xxx oder 213.xxx.xxx.xxx, zu stehen hatte und gab diese neue IP dann bei “NeoTRACE Pro” ein und kam sofort ohne irgendwelche Zwischenstationen bei Kiel raus.

  • 1. Mein PC
  • 2. Name: bac8d69.bac.pppool.de
  • IP-Addrese: 77.130.xxx.xxx
  • Location: Kiel (54.333N, 10.133E)
  • Netzwerk: 77-RIPE
  • Sonst waren es immer so über 7 bis 9 Stationen ehe man beim Ziel war. Aber dieses Netzwerk sagte mir nicht viel.

    Ich fragte @redled, der sich mit dem Zeugs meiner Meinung nach besser auskannte als ich, was das denn für ne IP sei, ohne zu sagen das es meine eigene ist, und er mir dann sagte, das es ein Freenet-IP sei. Erst jetzt fragte ich, wie ich als Tiscali-Kunde denn zu ner freenet-IP komme.

    Häää, ich bin doch Tiscali-Kunde, wie kann ich dann bei nem Freenet-Provider landen?

    Aber zum Glück hatte ich ja noch das Schreiben vom 02. März mit ner 0800er Service-Nummer und rief dort gleich mal an, und schon nach 5 Minuten Musik hören, kam dann auch schon ein netter Hot-Liner der mir sagte, das das schon seine Richtigkeit hat, heute Nacht die im oben beschriebenen Brief “technische Umstellung” stattgefunden hat und ich ja nun freenet-Kunde sei, praktisch schon seit März, als ich die neuen Treiber (ppp-Protokol usw.) instalierte und nun der Hammer, da freenet ja Tiscali-Deutschland aufgekauft hat oder besser gesagt, deren DSL-Kunden und sich Tiscali aus diesen Markt in Deutschland zurückzieht und das alles bis 31. Juli 2007.

    Es wären angeblich ein Rundschreiben an die Tiscali-Kunden rausgegangen. Ich hatte aber bisher kein Rundschreiben bekommen und er was von fehlerhaften E-Mailadressen sprach. Meine E-Mail ist aber ok, da ja die monatlichen Rechnung in PDF-Format bei mir immer pünktlich ankommen, ein Fehler seitens meiner E-Mailadresse also nicht vorliegt.

    So habe ich als heute über die neue IP erfahren, das freenet die DSL-Kunden von Tiscali aufgekauft hat und ich bisher davon noch gar nichts im Internet lesen konnte.

    Ich suchte also nach News mit den Schlagworten “freenet kauft Tiscali” und fand dann einen Artikel vom 11. Mai 2007: “AOL DSL gehört der Vergangenheit an” in dem u.a. auch stand:

    Das gleiche Schicksal wie die AOL-Kunden ereilte im vergangenen März auch die privaten DSL-Nutzer des Providers Tiscali. Das Zugangsgeschäft im Schmalband- und Breitband-Bereich übernahm der Anbieter freenet, der auch dadurch seine DSL-Kundenzahl auf rund eine Million steigern konnte. Auf der Tiscali-Website werden die Besucher jetzt nur noch auf die freenet-DSL-Angebote verwiesen. Zunächst soll sich für die Tiscali-Kunden nichts ändern, erklärte der Hamburger DSL-Provider. Auch für die ehemaligen Tiscali-Kunden gelten die ursprünglich vereinbarten Konditionen, es sei denn, sie beantragen einen Wechsel in einen freenet-DSL-Tarif.

    Quelle: http://www.xdial.de/arch/2007/kw19/s25934.html

    Da kann ich ja “zunächst” erst einmal zufrieden sein, das sich für mich, als “ehemaliger” Tiscali-Kunde nichts ändert und die ursprünglich vereinbarten Konditionen gelten.
    Ja, bis dann der Preishammer kommt und die “ehemaligen” Tiscali-Kunden den freenet-Kunden angeglichen werden, natürlich an den höheren Preisen.

    Geil, da wird man über Nacht “zwangsweise” zum freenet-Kunden.

    GlowingHeart

    Nachtrag: Störung auf Call-In-TV.de

    Donnerstag, 31.05.2007 , 13.27

    Wie ich soeben erfahren habe, geht der Server in den nächsten Stunden wieder online.
    Eine genaue Zeit konnte man allerdings nicht nennen;).

    redled

    Eilmeldung: technische Störung auf Call-In-TV.de

    Mittwoch, 30.05.2007 , 14.31

    Liebe Call-In-Tv-Mitglieder,

    aus technischen Gründen wird das Forum voraussichtlich bis Morgen nicht verfügbar sein. Wir bedauern dies und stehen bereits im Kontakt mit dem Provider.
    Wir bitten um Verständnis…macht Euch einen schönen Tag oder stöbert im Blog.
    Wichtige Dinge solltet Ihr in elektronischer Form lokal speichern und später veröffentlichen.

    redled

    Die Dramaturgie der Anrufer…

    Montag, 28.05.2007 , 23.31

    ist ein ganz spezielles Thema. Da sich dieses Blog vor allem als Aufklärungsblog für die Landesmedienanstalten - organisiert in der Arbeitsgemeinschaft der Landesmedienanstalten - und für Call-in-Betreiber - aktuell in Deutschland die 9Live Fernsehen GmbH, die Sat.1 SatellitenFernsehen GmbH, die Kabel 1 K1 Fernsehen GmbH, die ProSieben Television GmbH (alle vier Vorgenannten Töchter der ProSiebenSat.1 Media AG), die NBC Universal International GmbH, die DSF Deutsches SportFernsehen GmbH und die RTL DISNEY Fernsehen GmbH & Co. KG und die Callactive GmbH - versteht, soll in einer losen Folge die “Dramaturgie der Anrufer” beleuchtet werden.

    Diese “Dramaturgie der Anrufer”, von Sender zu Sender bzw. Produktionsfirma zu Produktionsfirma unterschiedlich, gleicht einem wohlinszenierten Ballett - und doch geschieht alles zufällig, wenngleich von Sender zu Sender verschieden zufällig.

    Die Hauptakteure in dieser Dramaturgie der Anrufer sind

      ▪ der U-18-Anrufer,
      ▪ der Falschsager,
      ▪ der Aufleger/Nichtssager,
      ▪ der Blindanrufer,
      ▪ der Löser,
      ▪ der Dauergewinner.

    Die Brillanz dieses nicht geprobten, nicht inszenierten “Balletts” ist für den regelmäßigen Betrachter dieser Sendungen verblüffend. Ein Grund mehr, die verschiedenen Anrufertypen einmal genauer zu untersuchen…

    metzing

    Über das DSF,…

    Sonntag, 27.05.2007 , 23.16

    das “Deutsche Sportfernsehen”, das das “Sportquiz” ausstrahlt, zu schreiben, ist ein bißchen wie einen toten Hund zu treten. Nicht wirklich befriedigend, denn der jault nicht mal, weil er eh nichts mehr merkt. Also wie die Betreiber des von der Plazamedia GmbH produzierten “Sportquiz”, einem Call-in-Format, mit dem man unter dem Mäntelchen einer vorgeblichen “Sportbezogenheit” versucht, in der Nische zwischen 9Live und der Callactive GmbH nach deren Muster Kasse zu machen - aber eigentlich ist der letzte Teilsatz sogar eine Beleidigung für die anderen beiden genannten Abzock- “Gewinnspiel”-Produzenten. Damit wäre eigentlich schon alles wesentliche über Sender und Call-in-Format gesagt, wenn nicht auch bei diesem Sender Merkwürdigkeiten das Programm beherrschen würden. Letztlich lassen sich bei dem DSF-”Sportquiz” vier Stufen feststellen, in denen das Niveau seit dessen Bestehen gesunken ist (merke: ein Niveauverlust setzt nicht zwingend den Beginn auf einem hohen Niveau voraus).

    In einer ersten Phase, die bis etwa März 2006 andauerte, bemühte man sich noch, überwiegend gewinnspielregelkonform zu moderieren animieren und stellte “Rätselfragen” mit überwiegend lösbaren Begriffen. Allerdings nahm man schon damals die Pflicht, garantierte Gewinnsumme und Gewinnchance auf einen Jackpot nicht zu vermischen, nicht besonders ernst, ebensowenig die Pflicht, in regelmäßigen Abständen auf die “Mitmachregeln” hinzuweisen.

    In der zweiten Phase, die etwa von März 2006 bis zum Januar 2007 andauerte und in der die Sendungen offenbar zur Gewinnmaximierung bei gleichbleibend niedrigem Kosteneinsatz produziert wurden, versuchte sich das DSF darin, auf uncharmante Art den geneigten Mitspieler gezielt zu täuschen in die Irre zu führen, offenbar in dem Bestreben, die Erlöse zu steigern. Man versuchte sich unter anderem in Wortsuchen, z. B. am 13. März 2006 mit “Bilden Sie Begriffe aus dem Wort ‘Bundesliga’ - Sie dürfen jeden Buchstaben nur einmal benutzen” - und löste dann die “Auslage” als gesuchten Begriff auf. Woher das zweite “a” herrühren sollte, ist bis heute ungeklärt.

    Außerdem nahmen zunehmend Neologismen Okkasionalismen Einzug bei dem Sender: Bei einer Wortsuche nach zusammengesetzten Begriffen, die mit “Fußball…” beginnen, löste man am 30. März 2006 dann, nachdem keiner diese Begriffe erraten konnte, zum Beispiel den weltbekannten “Fußballring” auf - und daß Fußball, selbst wenn es sich um Damenfußball handelt, nicht in einem “Fußballkleid” gespielt wird, dürfte auch reiner Zufall sein. Ähnlich beeindruckend eine Auflösung des DSF vom 22. Juli 2006: wer kennt nicht den Trend, daß man an jeder Straßenecke neuerdings “Schwimm-DVDs” kaufen kann? Wortsuchenauflösungen des Senders wie “Tennismittelzeichen”, “Tenniseinzelstütze” und “Tennisauslauf” (8. August 2006), “Tennisanlagen- kalkulation”, “Tennisschiedsrichterklausur” und “Tennisspielfeldsensorsystem” (16. September 2006), “Tanzdenker” (4. Januar 2007) sollten folgen.

    Ihren Höhepunkt fand diese Zuschauertäuschung am 18. Juni 2006 mit der Frage “Wer ist nicht bei der Fußball-WM 2006 dabei” zu einer Tafel, auf der die Länder “Holland”, “England”, “Elfenbeinküste”, “Ecuador”, “Frankreich”, “Österreich”, “USA” und “Brasilien”, jeweils mit Flaggen versehen, angeschrieben waren. Jedem durchschnittlich verständigen Zuschauer war deutlich, daß die “richtige” Lösung nur Österreich sein konnte, da es als einziges Land nicht an der Weltmeisterschaft teilnahm. Ein Hinweis, daß die Flaggen der Länder, die zum Teil überwiegenden Fall verfälscht waren, beachtet werden müßten, erfolgte während des gesamten Spiels nicht. Die Auflösung eine Überraschung: die richtige Lösung sollte “alle Länder außer den USA” sein. Warum? Das weiß wohl nicht einmal das DSF selbst.

    Die dritte Phase des Niedergangs läutete das DSF dann ab Juni 2006 mit der Gewinnung Anwerbung der Erotikdarstellerinnen Cheyenne LaCroix (“Wir suchen eine schwedische Automarke mit V wie Vögeln, O wie Oralverkehr und L wie Lecken!”) und Bettie Ballhaus an, die im Laufe der Abendsendungen zielgruppenorientiert “blank ziehen”.

    Die vierte und vorerst letzte Phase des Untergangs Niedergangs des “Sportquiz” begann ab etwa Januar 2007 mit einer Art Hütchenspielpsychologie. Nachdem schleichend alle anderen “Gewinnspiele” auslaufen, beschränkt man sich im wesentlichen auf die Suche nach “Automarken”, begleitet von dem freundlichen Hinweis der Moderatorinnen Animatorinnen, man solle “einfach denken”. “Einfach denken” bedeutet bei dieser Spieldramaturgie, daß von den Anrufern bei niedrigen Gewinnversprechen zunächst ein bis drei gängige von in der Regel sechs bis zwölf abgedeckten “Automarken” aufgelöst werden können, um das geneigte Publikum “anzufüttern”, um sodann mit praktisch unlösbaren “Automarken”, beispielsweise einer “Marke” Volpe eines Fahrzeuges, das nur als Prototyp existiert, chancenlose, gleichwohl für den Sender einträgliche Anrufe zu generieren. Eine bei weitem nicht vollständige Liste mit rund 9.100 Automarken mag - von der Durchstellwahrscheinlichkeit einmal abgesehen - die Wahrscheinlichkeit, diese Art “Rätsel” zu lösen, verdeutlichen.

    Man darf also gespannt sein, wie lange sich das Format auf DSF noch halten kann.

    metzing

    Marc Döhler…

    Samstag, 26.05.2007 , 23.40

    betreibt bekanntlich das kritische Call-in-TV-Forum. Als Betreiber dieses Forums steht er, wie bereits berichtet, in der ersten Reihe, wenn es darum geht, Skandale im Call-in-Fernsehen aufzudecken - oder auch Abmahnungen oder einstweilige Verfügungen für die im Forum geäußerte Kritik einzustecken.

    Als “Anchorman” des Call-in-TV-Forums hatte Döhler gestern ein Gespräch mit der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM). Dieses Gespräch war nach Döhlers Angaben außerordentlich vielversprechend:

    Es gibt konkrete Überlegungen, wonach die Nutzer des Call-in-TV-Forums an der weiteren Ausarbeitung der geplanten neuen “Anwendungs- und Auslegungsregeln der Landesmedienanstalten für die Aufsicht über Fernsehgewinnspiele (GewinnSpielRel)”, kurz “Gewinnspielregeln” beteiligt werden könnten, indem von Seiten des Forums ein eigener Entwurf vorgelegt werden oder der bestehende Entwurf nach den Vorschlägen des Forums ergänzt werden könnte. Da diese “Gewinnspielregeln”, die bislang noch in der Fassung von Oktober 2005 gelten, allerdings nicht von der BLM, sondern von der Arbeitsgemeinschaft der Landesmedienanstalten (ALM) ausgearbeitet werden - eine Entwurfsfassung liegt bereits vor -, müßte die BLM der ALM einen entsprechenden Vorschlag unterbreiten.

    Sollte das Call-in-TV-Forum von der ALM tatsächlich auf der Arbeitsebene an der Ausgestaltung neuer Gewinnspielregeln beteiligt werden, wäre das ein Coup für die BLM: durch die Einbindung ihrer schärfsten Kritiker hätte sie bewiesen, daß es ihr mit einer stärkeren Kontrolle der Gewinnspiel-Sendungen Ernst ist. Zugleich wäre es ein Erfolg für Marc Döhler und sein Team: die Ausarbeitung der Gewinnspielregeln wäre von jenen mitbestimmt, die im Gegensatz zu den Landesmedienanstalten, die nur stichprobenartig kontrollieren, seit Jahren eine umfassende Vollbeobachtung der deutschen Gewinnspiel-Sendungen durchführen und mit den “Tricks” und Kniffen der Sender, die Regelungen der Gewinnspielregeln zu umgehen, bestens vertraut sind. Fraglich ist nur, was die betroffenen Sender davon halten…

    metzing

    Seitdem die BLM…

    Samstag, 26.05.2007 , 14.47

    (Bayerische Landeszentrale für neue Medien) am vergangenen Donnerstag ihr Laienschauspiel ernsthaftes Wahrnehmen der ihr übertragenen Kontrollfunktionen gegenüber 9Live ausgeübt hat, frage ich mich spätestens, wie erst sie ihre Aufsichtspflicht wirklich nimmt. Der Präsident der BML, zur Zeit Professor Dr. Wolf-Dieter Ring, hat in seinem Bericht zur Sitzung des Medienrates der BLM am 24. Mai 2007 ausgeführt:

    Wir sind derzeit auf eine Mitwirkung der Sender angewiesen, weil es bislang keine Steuerungsmöglichkeit der Landesmedienanstalten gibt. Es gibt keine gesetzliche Richtlinienbefugnis und es gibt keinen Ordnungswidrigkeiten-Tatbestand, der bei Verstößen greifen kann. Der aktuelle Fall bei 9Live sollte Anlass sein, die Weiter-entwicklung der Regeln zügig voranzutreiben und vor allem die Landesmedien-anstalten mit wirksamen aufsichtsrechtlichen Befugnissen auszustatten. Dazu gehört eine staatsvertragliche Grundlage, die Richtlinienbefugnisse für die Landesmedienanstalten vorsieht, sowie die Aufnahme von Verstößen in die Bußgeldtatbestände.

    Diese Initiative ist begrüßenswert und notwendig. Es ist auch schön, daß sie von der BLM ausgeht, da diese im Zusammenhang mit Fernseh-Gewinnspielsendungen wohl die wichtigste Landesmedienanstalt ist: in ihren Zuständigkeitsbereich fallen sowohl die Gewinnspielprogramme des Senders 9Live als auch die von der ProSiebenSat.1 Media AG und der Callactive GmbH produzierten Sendungen.

    Allerdings ist bei der BLM offenbar das Bewußtsein abhanden gekommen nicht da, daß man auch mit den bereits bestehenen Regelungen eine ganze Menge machen kann - wenn nur der politische Wille dazu da ist, den ich vermisse. Wecken wir also mit einer kleinen losen Serie in den kommenden Wochen und Monaten das Bewußtsein der BLM und der übrigen Landesmedienanstalten (LMAen), was ihnen eigentlich für Möglichkeiten zur Verfügung stehen…

    metzing

    Der “Hot Button” schlägt zurück!

    Freitag, 25.05.2007 , 02.05

    Der Sender 9Live hat heute abend erstmals eine Presseerklärung herausgegeben, wie der “Hot Button”-Mechanismus aus seiner Sicht zu erklären ist - im wesentlichen die “Erklärung”, die die Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM) zunächst davon überzeugt haben soll, daß bei 9Live alles “mit rechten Dingen zugeht”.

    Die Tatsache, dass eine der Komponenten des Zufallsmechanismus “Hot Button” die Aktivierung durch den Redakteur ist, ist also keineswegs neu, sondern geschieht von Anfang an im Einvernehmen mit der BLM.

    Eine unverschämte Frechheit! Von wegen nicht neu.

    Da labert man jahrelang, daß der Hotbutton echt ist, blinkt, sucht, ganz schnell sucht, nur mich sucht usw. und das auch noch zufällig passieren würde.

    Dann verplappert sich eine Moderatorin Animateurin und man gerät in Erklärungsnot! Macht ja nix, regeln ja die Hausjuristen. Und bis die BLM das technische System ansatzweise verstanden hat, vergehen Jahre, in denen hunderte Millionen in die Taschen der Veranstalter geflossen sind. Auf Kosten der gutgläubigen Anrufer!

    Zitat Robin Bade:

    Auf den Hot Button hat niemand Einfluß! […] Und wer etwas anderes behauptet, der lügt!

    Und nun stellt man sich hin und verpackt das Eingeständnis in wohlgeformte Sätze, daß es keineswegs neu sei, daß die Aktivierung des “Hot Buttons” der Redakteur autonom einleite.

    Selten so gelacht… Nein, ich kann natürlich nicht darüber lachen.

    Kein Wunder, daß im Internet - ob im Call-in-Forum, bei Stefan Niggemeier oder im Medienblog die 9Live-Pressemitteilung genüßlich zerpflückt wird und in den Comments die Emotionen hochkochen.

    Warum hat man seitens der BLM zu dem Mitschnitt einer 9Live-Sendung vom 28. April 2007, in dem Max Schradin sagt: “Jetzt bin ich unten? Jetzt paß’ auf: wenn Du jetzt zuschlagen läßt, dann mußt Du immer…”, keine Stellungnahme abgegeben? Das die zuständigen LMAs genau wie die Sender hier und im Forum call-in-tv.de fleißig mitlesen, ist kein Geheimnis. Aber bestimmte wichtige Details werden anscheinend überlesen. Warum auch immer…

    Der Redakteur löst also den Hot Button, der Call-In Dramaturgie entsprechend, “autonom” aus. In diesem kurzen Zeitfenster haben also alle Anrufer, die sich genau zu diesem Zeitpunkt in den vielen virtuellen Leitungen befinden, tatsächlich eine Gewinnchance. Alle anderen sind auf die Lügen des Animateurs hereingefallen und hatten NULL CHANCE!

    Egal, wie sehr man versucht, diesen Skandal in weiche Worte zu packen, es bleibt ein Skandal und eine miese Abzocke auf Kosten der gutgläubigen Anrufer.

    Selbst der Hot Button schlägt da zurück:

    [sevenload QNvBsIy nolink]
    redled

    “Vorwärts…

    Donnerstag, 24.05.2007 , 17.04

    wir rudern zurück!” könnte man angesichts des heutiges Zickzackkurses der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien ausrufen. Das Aufatmen von 9Live angesichts der ersten Pressemitteilung der BLM zum “Alida-Vorfall” könnte verfrüht gewesen sein. Offenbar ist der BLM in ihrer Pressemitteilung zwischenzeitlich auch der subtil-verräterische Satz aufgefallen, der vermuten läßt, daß der Schnellschuß, man habe nicht zu beanstanden, nicht so richtig logisch war:

    Da nach den Äußerungen der Moderatorin, den Hot Button nicht auszulösen, kurze Zeit später eine Anruferin in die Sendung gestellt wurde, muss die Landes-zentrale davon ausgehen, dass der Redakteur die Entscheidung über die Aktivie-rung des Zufallsmechanismus eigenverantwortlich getroffen hat und insoweit kein Verstoß gegen die Gewinnspielrichtlinien vorliegt.

    Der renommierte Branchendienst dwdl.de teilt soeben mit:

    Die Tatsache, dass ein “Redakteur die Entscheidung über die Aktivie-rung des Zufallsmechanismus eigenverantwortlich” (Wortlaut BLM-Mitteilung) trifft, ist Anlass für eine erneute Prüfung. Aus der eigenen Pressemitteilung wird ein neuer Prüfungsauftrag. Dr. Wolfgang Flieger, Pressesprecher der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien, räumt auf Anfrage des Medienmagazins DWDL.de ein, dass man dieser Frage nicht nachgegangen sei und dies Anlass einer neuen Prüfung werden müsse.

    Zu Recht erläutert dwdl.de weiter:

    Losgelöst vom Fall des Lauenstein-Videos stellt sich durch die zunächst harmlos wirkenden Erklärung der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien also die Frage: Ist es rechtens wenn den Zuschauern erzählt wird, sie könnten jeden Augenblick gewinnen - obwohl der Zufallsmechanismus noch gar nicht gestartet wurde? Und wieso muss der Zufallsmechanismus überhaupt “eigenverantwortlich” gestartet werden, sollte er nicht von Anfang an laufen?

    Liebe Mitarbeiter der BLM, es ist ja auch ein warmer Tag, da kann es schon einmal passieren, daß man etwas übersieht. (Ich räume aber noch nicht ein, daß ich Ihnen unrecht getan habe, dafür will ich erst Ergebnisse sehen.) Liebe Mitarbeiter von 9Live, da heißt es jetzt trotz der Hitze weiter zittern… So oder so: Grüße nach München!

    metzing